Gegenüber der Bundestagswahl 2021 gab es erhebliche Verluste bzw. Gewinne für die größeren Parteien:
Verlierer waren die “Ampelparteien” SPD – 8,3%, FDP -6,5% und Grüne -3,4%, die allerdings unterschiedlich hart getroffen wurden. Wahlgewinner waren CDU +7,4%, Linke +3,8% und AfD +8,3%. Fast ist man versucht, die Gewinne und Verluste – als einfache WählerInnen-Wanderung – jeweils direkt zuzuordnen: SPD Richtung AfD, Grüne Richtung Linke und FDP Richtung CDU. Vermutlich sind die tatsächlichen Verschiebungen der WählerInnen-Voten vielschichtiger. Mangels entsprechender Befragungen und Meinungserhebungen kann darüber nur spekuliert werden. (Dies soll in diesem Beitrag nicht versucht werden.)
Die AfD tritt im politischen Leben unserer Gemeinde bisher nicht auf, sie kann weder mit handelnden Personen noch mit kommunaler Programmatik in Verbindung gebracht werden. Die diese Partei in Bickenbach wählenden Personen handeln eher aus einer Stimmung heraus. Grüne und Linke und möglicherweise auch das BSW haben kommunal zumindest eine gewisse Entsprechung in der WählerInnen-Initiative KOMM,A.
Das BSW hat mit 142 Stimmen sein WählerInnen-Potential aus der Europawahl 2024 (134 Stimmen) halten können.
Nachfolgend das Bickenbacher Wahlergebnis
Balkengrafik für die vier Parteien mit dem höchsten Ergebnis
Stimmanteile der Parteien
[Quelle: Website der Gemeinde Bickenbach / votemanager.de]
Seit 1990 hat die Zahl der Bickenbacher Bevölkerung und damit auch die Zahl der Wahlberechtigten stetig leicht zugenommen. Bei Bundestagswahlen lag die Wahlbeteiligung in Bickenbach in diesem Zeitraum immer relativ hoch zwischen 79 und 87 Prozent. Dies voran gestellt ergibt sich bezogen auf die Bundestagswahlen folgendes Bild für die “großen” Parteien:
SPD: absolut tendenziell abnehmende Stimmanteile zwischen 1.450 und 725 Stimmen, also eine Halbierung der Wählerschaft (seit 1998), prozentual schwankend, aber tendenziell abnehmende Werte – seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland 1949 diesmal das schwächste Bundestagswahlergebnis. Die SPD liegt mit ihrem aktuellen Wahlergebnis erstmals unter 20 Prozent.
CDU: absolut auf hohem Niveau leicht schwankende Stimmanteile zwischen 910 und 1.070 Stimmen, prozentual schwankenden Werte zwischen 28,5 und 34,5 Prozent, absolut wie prozentual bei je einem Ausreißer nach oben im Jahr 2013 und einem nach unten in 2021. Die CDU ist Wahlsiegerin und liegt als einzige Partei über 20 Prozent. Gegenüber der SPD als zweitstärkster Partei hat die CDU absolut fast 340 Stimmen mehr verbuchen können.
FDP: ein stetiges auf und ab mit relativ hoher Bandbreite zwichen absolut 200 und 570 Stimmen bzw. 5,5 und 18 Prozent – seit 1990 diesmal das schwächste Bundestagswahlergebnis. Die FDP hat ihr Ergebnis gegenüber der vergangenen Bundestagswahl 2021 mehr als halbiert.
Grüne: seit 1994 absolut schwankend zwischen 370 und 670 Stimmen, prozentual schwankend in einem Korridor zwischen 12 und 19 Prozent, tendenziell steigend – seit Bestehen der Grünen diesmal ihr zweitbestes Bundestagswahlergebnis
Linke: seit 2009 pendelnd absolut zwischen 120 und 280 Stimmen bzw. 3,5 und 8 Prozent. Nach absoluten Stimmen ist das aktuelle Ergebnis für die Linke mit über 270 Stimmen – trotz der BSW-Abspaltung – das zweitbeste seit ihrem erstmaligen Antritt zur Bundestagswahl im Jahr 2009.
AfD: seit 2013 schwankend absolut zwischen 200 und 570 Stimmen bzw. 6 und 16 Prozent, tendenziell stark zunehmend – seit Bestehen der AfD diesmal ihr mit Abstand bestes Ergebnis. Die AfD hat ihren absoluten Stimmenanteil gegenüber der vorhergegangenen Bundestagswahl binnen vier Jahren mehr als verdoppelt.
Vergleich der Bundestagswahlergebnisse (seit 1990)
Vergleich der verschiedenen Parlamentswahlen (seit 2013 – der erstmaligen Kandidatur der AfD)
Unter Beachtung des Sachverhaltes, dass die Wahlbeteiligung bei verschiedenen Wahlen in den letzten zwölf Jahren deutlich zwischen 47 und 85 Prozent variiert hat, zeigt sich bezogen auf die Bundestagswahlen in den letzten 12 Jahren folgendes Bild:
Für die SPD zeigt der Trend eindeutig nach unten. Seit 2016 gab es kein Ergebnis mehr über 30 Prozent mit Ausnahme der Kommunalwahl 2021, in den letzten beiden Jahren liegen die Ergebnisse unter 20 Prozent.
Bei der CDU schwanken die Ergebnisse prozentual stark zwischen 21 und 37 Prozent – absolut heißt das zwischen 570 und 1200 Wählerinnen- und Wählerstimmen. Seit der Bundestagswahl 2017 hat die CDU – mit Ausnahme der Landtagswahl 2023 – kein Wahlergebnis über 30 Prozent mehr erreicht.
Die FDP erzielte bei der aktuellen Bundestagswahl mit 5,6 Prozent – wie 2013/14 bei den Landtags- bzw. Europawahlen – ihr schlechtestes Ergebnis seit 1972.
Das Ergebnis für die Grünen bei der aktuellen Wahl liegt deutlich unter ihrem “Höhenflug” in den Jahren 2018 bis 2021,.
Das Wahlergebnis für die AfD hat sich auf für eine junge Partei sehr hohem Niveau stabilisiert.
Vergleich der Bundestagswahlergebnisse 2025 der “großen” Parteien in Prozent zwischen den Gebietskörperschaften
SPD | CDU | FDP | Grüne | Linke | BSW | AFD | |
Bund | 16,4 | 28,5 | 4,3 | 11,6 | 8,8 | 4,97 | 20,8 |
Land Hessen | 18,4 | 28,9 | 5,0 | 12,6 | 8,7 | 4,4 | 17,8 |
Kreis Da-Di | 19,1 | 28,5 | 4,97 | 13,8 | 7,7 | 4,5 | 16,9 |
Bickenbach | 19,6 | 28,7 | 5,6 | 15,7 | 7,3 | 3,8 | 15,5 |
Interessant sind hier die Tendenzen im Verhältnis zu den übergeordneten bzw. untergeordneten Gebietskörperschaften: Je kleiner die Gebietskörperschaft ist, desto mehr nehmen die Wahlstimmenanteile von SPD, FDP und Grünen zu, die von Linken, BSW und AfD dagegen nehmen ab!