
Ohne Ziele keine Ortsentwicklung
von Marc-André Lyachenko
Wer viele Interessen vereinen muss und wer auf vieles zu achten hat, arbeitet meist mit Zielsetzungen. Aus diesen Zielsetzungen entstehen Strategien und Konzepte, wie diese Ziele zu erreichen sind. Daran richtet sich im Regelfall dann das weitere Handeln aus. Die Zielerreichung wird idealerweise regelmäßig überprüft und Anpassungen an Konzepten vorgenommen. Hat man keine Ziele, kein Konzept, so geht es meist schnell den Bach runter.
In Bickenbach haben wir keine erkennbaren Ziele und Konzepte. Der ein oder andere mag eine Strategie haben. Oft geht es da aber nicht um den Ort und die Allgemeinheit, sondern um persönliche Ziele, die Partei oder das eigene Amt.
Was wollen wir als Gemeinde? Wo wollen wir hin? Bauen & Wohnen, Verkehr, Soziales, Gewerbe, Ökologie? Was ist uns wichtig, was nicht? Wo liegen die gemeinsamen Nenner für die mittel- und langfristige Entwicklung des Ortes?
All das gibt es nicht und so rennen wir alle, der Bürgermeister voran, mit Heftpflastern durch die Gemeinde, um die schlimmsten Übel vermeintlich zu beseitigen. Dabei machen wir meist mehr kaputt, als wir reparieren. Neue, wichtige Dinge bleiben oftmals auf der Strecke. Wir sind ineffizient!
Beim Thema Bauen & Wohnen wird sehr deutlich, dass wir in der Gemeinde keine Ideen und Konzepte haben. Baupläne werden mal hier und mal da ausgearbeitet oder geändert, wie es gerade zwickt. Baumaßnahmen lenken ohne Zielvorgaben ist schwer, eigentlich unmöglich.
Leerstand wird nicht erfasst und angegangen, neue Wohngebiete im Außenbereich dennoch bereits entwickelt. Ein Gewerbegebiet wird ohne eigenes, erkennbares Ziel entwickelt. Das macht ja angeblich alles die Hessische Landesentwicklungsgesellschaft für uns. Wirtschaftsförderung ist Chefsache?
Steht die Verkehrswende inklusive Rad- und Fußgängerverkehr im Mittelpunkt oder setzen wir weiterhin auf das Auto wie bisher?
Wie fördern wir zukünftig das Vereinsleben? Mit welchem Ziel und mit welchen Maßnahmen?
All diese Fragen und noch viele mehr müssen gestellt und diskutiert werden. Wir müssen endlich anfangen, uns gemeinsam verbindliche Ziele zu setzen und diese dann angehen. Dazu müssen die Bürger*innen mit ins Boot geholt werden.
Es sind leider alte Kräfte in Bickenbach, die Initiativen in Richtung eines Ortsentwicklungskonzeptes blockieren, da sie dies nicht für notwendig erachten. Das ist eine verpasste Chance und blockiert eine vernünftige, nachhaltige Entwicklung Bickenbachs.
Dabei ist der Ansatz über Dorfentwicklungskonzepte vom Land Hessen gewollt und wird finanziell gefördert: „Die hessische Dorfentwicklung ist eine feste Konstante im Bemühen der Landesregierung um lebendige und zukunftsfähige Dörfer.“
"Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch."
Seit vielen Jahren fordert KOMM,A eine Ortsentwicklungsplanung für unsere Gemeinde Bickenbach gemeinsam mit der Bürgerschaft – und stößt immer wieder auf taube Ohren!
Eine Vielzahl von Beiträgen zum Thema wurden in den vergangenen Jahren auf unserer Website veröffentlicht. Entsprechende links auf diese Beiträge finden Sie unten:
Alte Mitte und programmatische Äußerungen von KOMM,A zur Ortsentwicklung (2016)
Beitrag zur Ortsentwicklung I (2016)
Beitrag zur Ortsentwicklung II (2017)
"Neue Mitte" - Bauleitplanung "Nördlich der Darmstädter Straße" - Archiv I (2018)
Ortsentwicklung - Leitbild für Bickenbach (2019) zur Entwicklung eines Leitbildes für eine nachhaltige Ortsentwicklung
Politik machen in Bickenbach (2019)
Radverkehrsförderung durch die Gemeinde Bickenbach - Fehlanzeige (2019)
"Verkehrswende" in Bickenbach? (2019) zur Verkehrsplanung in Bickenbach
"Neue Mitte" - Bauleitplanung "Nördlich der Darmstädter Straße" - Archiv II (2020)
Ortsentwicklung ... mit dem Bagger (2020) zum Abbruch der Nebengebäude in der Steingasse 2
Radverkehrsförderung - kein Interesse seitens der Gemeinde Bickenbach (2020) zum Vorschlag, einen "Runden Tisch Radverkehr" einzuberufen




