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Persönlicher Rückblick auf die Kommunalpolitik der letzten Jahre

21. Februar 2026
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  • Meinung
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von Ulrich Friedrich Koch

Unser gutes Ergebnis von über 27% der Wähler:innen-Stimmen bei der Kommunalwahl 2021 war wesentlich geprägt vom Umgang der Gemeinde mit dem Investorenprojekt „Neue Mitte“. Trotz des Wirkens einer sehr aktiven Bürgerinitiative hatte KOMM,A sich mit Vorschlägen zur Veränderung der Bauleitplanung nicht durchsetzen können. Es gelang uns, eine Liste mit 22 Kandidat:innen aufzustellen - doppelt so viele wie zu den Wahlen zuvor. Und wir gingen aus der Wahl im Gegensatz zu den Mitbewerbern deutlich gestärkt hervor.

Was aber konnten wir mit der neu gewonnen Power anfangen?

Eine Koalition mit SPD oder CDU konnten wir uns vor allem im Rückblick auf die Auseinandersetzung um die „Neue Mitte“ schlechterdings nicht vorstellen. Notwendig war aber heraus zu finden, was mit anderen Fraktionen trotzdem möglich sein könnte.

Das Gespräch mit der SPD war sehr schnell am Ende, da eine gemeinsame Gesprächsbasis, ein gemeinsamer Nenner nicht gefunden werden konnte. Die Gesprächspartner:innen der CDU brachten dagegen die Bereitschaft und Offenheit mit, unter Ausklammerung der „Neuen Mitte“ auszuloten, wo gemeinsame Ziele für die Gemeindepolitik liegen könnten. Das Ergebnis wurde schriftlich fixiert und veröffentlicht.

Das hatte es in 40 Jahren grün-alternativer Politik in Bickenbach noch nicht gegeben.

Zeitgleich hatte uns Michael Weisbarth als Fraktionsvorsitzender sehr darin bestärkt, die Kolleg:innen der neugewählten Gemeindevertretung näher kennenzulernen, bevor wir sie in die parteipolitischen Schubladen einsortieren. Auf der Ebene des gesamten Parlamentes funktionierte das leider nicht. Es scheiterte sowohl an mangelnder Zeit als auch an gegenseitigen Ressentiments.

Im Verhältnis zwischen CDU und KOMM,A - wenn auch nicht zwischen allen Akteur:innen gleichermaßen - trat eine deutliche und dauerhafte Verbesserung der Gesprächsatmosphäre ein. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, auch kontroverse Standpunkte sachlich austauschen zu können, funktionierte im Laufe der fünf Jahre erstaunlich gut.

Zu den Kollegen der FDP-Fraktion gab es über die gesamte Amtszeit stets eine sachliche Gesprächsebene und auch ohne förmliches Kooperationsabkommen eine punktuelle Zusammenarbeit.

Zu den Kolleg:innen der SPD gab es nach dem Erstgespräch keinerlei informelle Kontakte.

Einer Verbesserung des Klimas zwischen SPD und KOMM,A stand der seit Mitte 2018 nach wie vor im Raum stehende pauschale Vorwurf der Hetze gegenüber Aktiven der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach und damit auch KOMM,A-Parlamentsmitgliedern durch Bürgermeister Hennemann und SPD-Fraktionsvorsitzenden Schmöker im Wege. Dieser Vorwurf erging in öffentlicher Fachausschuss-Sitzung. Belege dafür waren nicht vorgebracht worden. Da pauschal geäußert - Namen waren ja nicht genannt worden - konnten sich die Betroffenen dagegen nicht wehren. Trotz öffentlicher Aufforderung dazu wurde der Vorwurf bis heute nicht zurückgezogen, noch gab es eine Entschuldigung.

Mitte 2024 kritisierte ein mir persönlich gut bekannter Bürger Bickenbachs das Bauprojekt in der „Neuen Mitte“ als „Koloss“ per Email an die politisch Verantwortlichen in Bickenbach. Vor der Versendung erbat und erhielt er von mir sowieso öffentlich zugängliche Mailadressen. Dieser Sachverhalt wurde mittels der Lokalpresse wiederum von Bürgermeister Hennemann und Schmöker zu einem heftigen Angriff auf meine Person und Integrität genutzt.

Daraus zog ich die Konsequenz und legte mein Amt als stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung nieder. In einem Offenen Brief an das Gemeindeparlament nannte ich dafür drei Gründe:

1. Umgang mit Kritik aus der Bürgerschaft seitens politisch Verantwortlicher

2. Erreichbarkeit von politisch Verantwortlichen

3. Zweierlei Maß bei der Bewertung von „Angriffen“ auf Mandatsträger*innen.

Es ist schon eine ernüchternde Erfahrung: Parlamentarier:innen und bürgerschaftlich Engagierte dürfen öffentlich der Hetze bezichtigt werden, eine Kritik politisch Verantwortlicher soll aber klein gehalten werden.

Zu beiden Vorgängen gab es keinerlei Kritik aus den Reihen der Gemeindevertretung, der gesamte SPD-Ortsverein hat bis heute dazu geschwiegen.

Solche Erlebnisse erschweren eine konstruktive Arbeitsatmosphäre sehr.

Die örtliche Presse berichtete über diese „Email mit Folgen“ in skandalierender Weise und konstruierte ein „politisches Beben“. Weder vom Darmstädter Echo noch vom Bergsträßer wurde ich zu den Vorwürfen von Hennemann und Schmöker gehört!

Die Berichterstattung des Darmstädter Echos erlebte ich in den letzten Jahren immer wieder als einseitig und wertend. So wurde schon der Abschluss der Kooperationsvereinbarung zwischen CDU und KOMM,A äußerst unsachlich dargestellt.

Auch in manch anderen Presseberichten fühlte ich mich eher an einseitige „Hofberichterstattung“, statt an in der Sache neutrale Darstellung erinnert. Qualitätsjournalismus, den das Darmstädter Echo so gerne für sich beansprucht, sieht anders aus!

Die Bürgermeisterwahl im Herbst 2023 brachte für mich eine große Enttäuschung. KOMM,A ist es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen eine eigene Kandidatin oder Kandidaten zu finden. Das lag nicht daran, dass es keine geeigneten Leute in unseren Reihen gegeben hat. Vielmehr sind heute oft die familiären und/oder beruflichen Rahmenbedingungen so, dass eine Kandidatur oder gar im Erfolgsfall ein zeitlich befristeter Ausstieg aus dem bisherigen Lebenskontext kaum noch vorstellbar ist. Die schlechte Stimmung in der Bickenbacher Kommunalpolitik war auch nicht dazu angetan, zu so einem weitgehenden Schritt zu ermutigen.

Amtsinhaber Hennemann hatte insofern leichtes Spiel, da der aussichtsreiche Kandidat der CDU von seiner Partei nur sehr halbherzig unterstützt worden ist.

Ähnlich ging es KOMM,A bei der Kandidat:innen-Aufstellung zur Kommunalwahl 2026. Von den sieben amtierenden Fraktionsmitgliedern sind nur zwei zur Wiederwahl angetreten. Die Suche nach weiteren Kandidat:innen verlief im Unterschied zum Herbst 2020 äußerst zäh. Nur mit großer Mühe ist es uns gelungen, zehn Bürger:innen zu finden, die sich für dieses Wagnis bereit fanden. Die Erfahrungen in und mit der Bickenbacher Kommunalpolitik schreckt viele potenziell interessierte und geeignete Menschen ab.

Dabei funktionierte die interne Zusammenarbeit in unserer Fraktion ziemlich gut. Es gab keine nachhaltigen Streitigkeiten und Verstimmungen untereinander. Das ist nicht selbstverständlich angesichts der Tatsache, dass viele Neue kennengelernt und integriert werden mussten. Problemfrei war das Zusammenwirken nicht. Michael Weisbarth legte bereits nach einem Jahr sein Mandat nieder, weil er die Bickenbacher Kommunalpolitik als kontraproduktiv erlebte. Die Arbeit in der Fraktion genügte seinen Ansprüchen nur bedingt.

Zwei Jahre später zog sich Marc Lyachenko aus dem Gemeindeparlament zurück. Frustration über die Unmöglichkeit konstruktiver Kommunalpolitik und daraus resultierend gesundheitliche Probleme waren ausschlaggebend für diesen Schritt.

Die Bickenbacher politische Gemeinde hat Engagement und politische Talente verloren!

Im Dezember 2025 feierte KOMM,A ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum.

Ich hatte nicht wirklich erwartet, dass unser Experiment mit parteiungebundener Kommunalpolitik solange überleben könnte. Ich bin allen dankbar, die KOMM,A dabei unterstützt haben. Das war nur im Team möglich.

Nach 42 Jahren kommunalpolitischer Arbeit bin ich selbst nicht wieder zur Wahl angetreten. Ich hoffe, dass meine Tätigkeit in guter Erinnerung bleibt.

Der politischen Gemeinde Bickenbach wünsche ich aktive und zugleich konstruktive Einmischung ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Bickenbach im Februar 2026

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