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Regionalplan Südhessen 2025 – ein Diskussionsbeitrag aus der Bickenbacher Bürgerschaft

27. Oktober 2025
Kategorien
  • Meinung
  • Ortsentwicklung
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In Bickenbach plant der Bürgermeister! Was kommt dabei heraus?

Es gibt einen Entwurf für den Regionalplan Südhessen 2025, der zur Feinabstimmung den Gemeinden vorliegt. Die Zeitraum für eine Prüfung und eine Stellungnahme erscheint kurz. Dazu muss gesagt werden, dass es bereits Entwürfe gab, die in den Umlauf gegeben wurden und den Gemeinden zur Verfügung standen. Wir fragen uns daher, wieso der Bürgermeister bisher zu dem Entwurf des neuen Regionalplans öffentlich kein Wort verloren hat. Wir sind der Auffassung, dass es seine Pflicht und seine Aufgabe gewesen wäre, die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde zu informieren, worum es bei dem Regionalplan geht, welche Ziele er als Bürgermeister verfolgt und dies zur Diskussion stellt. Es ist nicht weit her mit der Bürgerbeteiligung, auch wenn diese immer mal wieder -vor Wahlen- als Absicht in den Raum gestellt wird. Wir wissen nicht, ob der Bürgermeister und die Verwaltung sich überhaupt mit den vorgelegten Zwischenergebnissen zu dem Regionalplan befasst haben oder der Gemeindevorstand. Nichts ist bisher an die Öffentlichkeit gedrungen und nun kommt eine dünne Vorlage, mit der Siedlungsflächen für neue Wohngebiete und Flächen für Gewerbe und Industrie zu dem Entwurf des Regionalplans der Gemeindevertretung zur Verabschiedung am 30.10.2025 vorgelegt wird.

Typisch Bürgermeister würden wir sagen. Nur für Nichtkenner der Materie erscheint es so, als wäre da etwas aus heiterem Himmel über die Gemeinde gekommen. Ein Regionalplan Südhessen 2025, welcher in kurzer Zeit zu prüfen und zu beurteilen war hinsichtlich der gemeindlichen Belange. Es ist aber so, dass es um die Fortschreibung des Regionalplans geht und bereits diverse Zwischenstufen des Plans vorgelegt wurden. Der Bürgermeister kann sich also nicht darauf berufen, dass die Fristen zur Prüfung und Stellungnahme der nun vorliegenden Fassung kurz sind und er nur so handeln konnte. Es hätte sich eine frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft angeboten, um darüber zu debattieren und ein Meinungsbild herzustellen, worin die Prämissen aus Sicht der Bürgerschaft bestehen. Natürlich zur Siedlungsentwicklung, aber auch zum Verkehr, dem Landschaftsverbrauch und dem Naturschutz, sowie den dazu immer drängender werdenden Fragen hinsichtlich der Auswirkungen auf Hitzeentwicklungen, Frischluftzufuhr, sowie Klimaschutz und CO-Ausstoß. Letztendlich oder beginnend landet man bei der Frage, wo wollen wir hin mit dem Ort, wohin soll er sich entwickeln? Was wollen wir?

Wohnen und leben auf dem Land, Gemeinschaft, Ruhe, Natur, Erholung, erschwingliche Preise!

Nichts davon steht in der Vorlage zu dem Regionalplan, auch nichts dazu in der Ausarbeitung des eingeschalteten Ingenieurbüros. Bei den Änderungswünschen zu dem Regionalplan werden keinerlei Gründe aufgeführt, was denn damit bezweckt werden soll, wo es hingehen soll und was die Bürgerinnen und Bürger davon haben. Nichts, aber auch gar nichts steht in den Papieren. Man könnte zu der Meinung gelangen, uns Leute, Familien, Kinder, Alte und Junge gibt es überhaupt nicht. Das über unsere Köpfe hinweg etwas entschieden werden soll, ist nicht neu.

In der Beschluss-Vorlage bzw. in der Ausarbeitung des Ingenieurbüros steht nichts, weshalb zusätzliche Siedlungsflächen für Wohnen, Gewerbe und Industrie über das in dem Regionalplan enthaltene Maß gefordert werden, worin der Vorteil in der Ausdehnung von Flächen zu Lasten von Flächen für den Klima- und Grundwasserschutz, die Landwirtschaft und Wiesen und bestehen soll. Es muss doch um die Menschen der Gemeinde gehen, um einen attraktiven lebenswerten Ort, dessen Entwicklung und dessen Resilienz und Zukunftsfähigkeit. Es gibt nur dünne und fragwürdige Aussagen wie der Nähe zum Bahnhof oder etwa einem möglichen Anschluss an eine vorhandene Straße. Solche Aussagen sind schwach, sind deshalb sehr problematisch und gerade nicht ausreichend als Begründung für raumordnungspolitische Entscheidungen. Man könnte dem Bürgermeister vorhalten, dass ein kurzer Weg zur Schule oder in die Ortsmitte wichtiger sind und schon ist die Begründung passé. Man könnte ihm entgegen halten, dass Straßen und deren Anschluss hohe Kosten der Gemeinde verursachen und in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen, die Gemeindekasse übermäßig belasten und schon ist die Begründung weg bzw. mindestens in Frage gestellt. Es scheint so, dass der Bürgermeister es nicht versteht und auch in seiner Verwaltung anscheinend niemand über das notwendige Wissen verfügt, wie man raumordnungsrelevante Planung anpacken muss und validiert.

Es geht um gutes attraktives Wohnen und regionale Ökonomie!!! Es geht um nachhaltige Entwicklung und ökologische Verantwortung!!!

Wir stellen uns natürlich die Frage auf welcher Grundlage dieses Ingenieurbüro tätig wurde? Es müssten vom Bürgermeister und seiner Verwaltung Vorgaben gemacht worden sein. Dazu müsste es zumindest auf der parlamentarischen Ebene Abstimmungen gegeben haben. Nichts ist bekannt und nichts wurde von dem Bürgermeister verlautbart. Die viel vorgetragene Transparenz und Einbeziehung der Bickenbacher Bürgerschaft gibt es nicht. Es sind reine in Wahlkampfzeiten hervorgeholte Lippenbekenntnisse.

Was beinhaltet die Beschluss-Vorlage? Das Übliche. Weitere Gewerbeflächen und weitere Flächen für den Wohnungsbau. Bei Letzterem das übliche Argument, man müsse einen Beitrag leisten zur Behebung des Wohnraummangels. Als ob sich Bickenbach hervortun muss bei der Behebung des Wohnraummangels. Es ist lächerlich. Die Leerstandsrate steigt. Was neu geschaffen werden soll, führt an anderer Stelle zu Leerstand. Das Ausbluten des Kerns der Gemeinde, der sogenannte Donuteffekt, ist nicht von der Hand zu weisen, wenn große Neubaugebiete ausgewiesen werden, was mit vorgeschlagenen 21 Hektar der Fall sein wird. Das Argument des Beitrags zur Schaffung von Wohnraum ist auch reine Behauptung. Die Konsequenzen hinsichtlich der Auswirkungen, der Kosten etc. werden komplett ausgeblendet. Es ist scheinheilig. Wenn Wohnraumschaffung dem Bürgermeister so wichtig ist, hätte er schon lange im alten Rathaus das Erdgeschoss zum Wohnen umbauen lassen können. Stattdessen steht die Fläche seit Jahr und Tag leer.

Schon alleine der Umstand, dass ein Ingenieurbüro tätig war -kein Städtebaubüro- lässt tief schließen und das bei bei so einem richtungsweisenden Thema. Die Inhaber sind Bauingenieure. Es wird zwar auf der Website erklärt, dass auch Städtebau zu den Leistungen gehöre, die erbracht werden. Bei genauerem Hinsehen wird offensichtlich, dass unter Städtebau die Umsetzung von Bebauungsplänen, Tief- und Straßenbauprojekten verstanden wird. Stadt- und Regionalplaner, die sich mit Raumordungsplanungen auskennen, die das studiert haben und ein profundes Wissen angesammelt haben zu kommunalen Entwicklungen in dörflichen Strukturen zwischen verstädterten und städtischen Gebieten, wären wichtig gewesen, um die Gemeinde zu beraten, ihr Gefahren aufzuzeigen in dem vorgelegten Regionalplan und bei ihren eignen Ideen, um so eine wissensbasierte Stellungnahme und auf Augenhöhe der Regionalversammlung und dem Regierungspräsidium gegenüber treten zu können. Stattdessen die Ausweisung von zusätzlichen großen Flächen für das Wohnen, Gewerbe und Industrie, ohne Analyse, ohne Aufzeigen der Konsequenzen, von Nachteilen und welche positiven Effekte damit für Bickenbach erreicht werden sollen. Die Einschaltung eines Ingenieurbüros und keinem Stadtplaner muss alleine schon zu hoher Skepsis führen und reicht die Vorlage abzulehnen und eine Zurückweisung zur Neubearbeitung zu fordern.

Was soll eine Begründung der Bahnhofsnähe für die Ausweisung von Wohnbauflächen? Große Teile von Bickenbach sind nicht weit vom Bahnhof. Die Flächen in der Nähe der Bahn sind wegen dem Lärm unattraktiv und minderer Qualität. Der Bürgermeister müsste sagen können wer „Im Pflanzgewann“ wohnt, wie hoch die Fluktuation ist und ob die Leute sich wohl fühlen und heimisch werden wollen. Eins ist sicher. Ohne Not ziehst niemand in ein Haus, wo daneben alle paar Minuten Züge laut und etliche donnernd vorbeirauschen und außerdem der Verkehr auf der nahen Autobahn einen Dauerton erzeugt, der krank machen kann. Was bedeutet das? Es ist Unsinn Wohngebiete in Bahn- und Autobahnnähe auszuweisen. Das ist im städtischen Bereich und Umfeld vielleicht, nicht aber im ländlichen Raum oder auf dem Dorf vertretbar. So wie es im Pflanzgewann gemacht wurde, ohne ausreichenden Lärmschutz, ist es unverantwortlich. Will man einen attraktiven und lebenswerten ländlich geprägten Ort, baut man keine Wohnungen in der Nähe von permanenten Lärmquellen, wie etwa einer Bahnstrecke. Das Wohnen dort ist nicht dauerhaft und nachhaltig.

Entstehende kommunale Kosten für die Entwicklung und spätere laufende Kosten, unsere Steuern, mindestens in der langfristigen Perspektive nicht rentierlich. Die allgemeine Feststellung ist: keine Wohnbebauungen an und im Bereich von Dauerlärm, etwa der Bahnstrecke, der Autobahn und von viel befahrenen Straßen, wie der B3 und der Berta-Benz-Straße.

Der Hinweis auf die Nähe zum Bahnhof zielt im Übrigen auf Berufstätige und Pendler, welche also stark mobil sind und weniger ortsgebunden. Wenn dann solche Ansiedlungen, wie im Leierhans oder Pflanzgewann entstehen, führt das zu einer eher geringen Identifikation mit dem Ort und starker Fluktuation, dazu braucht es keines Einzelnachweises, das ist so.

Bickenbach muss es aber darum gehen attraktiv zu sein, denn nur so kann der Ort wachsen - behutsam sollte die Zieldefinition sein und keine Massen, wie sich das durch die Anforderung von 21 Hektar ergäbe -. Leute werden heimisch und ein lebendiges Ortsleben kann aufgebaut werden. So wie es der Bürgermeister es sich es vorstellt, wird Bickenbach zur Vorstadt. Gravierend und ein großer Fehler. Die Nähe zum Bahnhof wird hervorgehoben. Nicht die Nähe zur Grundschule oder zur Einkaufsmöglichkeit ist das ausschlagende Kriterium. Der Bürgermeister muss erklären, was er sich gedacht hat, worin die Vorteile und die Wertschöpfung für die Kommune bestehen soll, auf welchen Fakten und Annahmen seine Kategorisierung und Hervorhebung der Bahnnähe beruht. Ob überhaupt so viele die Bahn nutzen, würden wir nicht als gesichert sehen, eher als Wunschdenken und so hin gesagt. So macht man keine Siedlungsentwicklung, die so einschneidend ist für eine Kommune. So entsteht nur Pfusch, neue Probleme und nichts Nachhaltiges und Zukunftsfähiges.

Eine zweite Feststellung. Moderates Wachstum, was das Wohnen angeht, „ Andocken" an bestehende Bebauungen, Erhalt der fingerförmigen Siedlungsstruktur mit grünen Zwischenzonen sind der richtige Weg und keine auf Teufel komm raus Sicherung von maximalen Wohnbauflächen (21 Hektar !!!). Eben gerade nicht. Keine großflächigen Neubaugebiete, denn die Gefahr ist groß, dass nur solche lieblosen uniformen Neubaugebiete entstehen, wie Pflanzgewann, die wenig attraktiv sind oder dem Leierhans, wo schon jetzt Verwahrlosungen sichtbar werden. Es ist deshalb Unsinn und völlig irre über 100% Mehrfläche gegenüber dem Regionalplan zu fordern für neue Wohnbauflächen. Es führte auch zu einer weiteren Versiegelung von wichtigen Landschaftsflächen. Auch von daher sind die vorgeschlagenen Änderungen des Bürgermeisters abzulehnen. Wie schon zuvor erwähnt gibt es keine Erklärung, was denn erreicht werden soll - zu der Aussage zur Wohnraummangelbehebung, siehe weiter oben - noch gibt es eine Auskunft, ob es überhaupt den Bedarf für 21 Hektar gibt. Nur den Maßstab des Regionalplans angelegt, wären es über 700 Einheiten für dann bis zu 2000 Menschen. Wir wissen, dass der Bürgermeister und andere am politischen Geschehen beteiligte Parteien auch gerne über diesen niedrigen Richtwert hinausgehen und noch weit mehr zulassen. Die sogenannte neue Ortsmitte ist das beste Beispiel. Sie übergehen jede wissenschaftlich fundierte Expertise. Und apropos Ortsmitte. Da war doch was? Da wurde vom Bürgermeister, CDU, SPD und FDP mit innerörtlicher Verdichtung argumentiert, die einem weiteren Flächenverbrauch durch die Ausweisung von Neubaugebieten vorzuziehen sei. Und schon gilt es nicht mehr! Jetzt soll die Fläche mehr als doppelt so groß werden als im Regionalplan-Entwurf vorgesehen.

Konzeptlos, wie immer. Wie nach Gutsherrenart, könnte man meinen. Wenige meinen zu wissen, was für den Ort gut ist. Die Gefahr einer solchen Ausweisung von Flächen ist auch ein wachsender und hoher Leerstand im Bestand. Dieser ist schon heute unübersehbar! Leere Häuser und Wohnungen in Bickenbach. Dem Bürgermeister müsste das Sorge bereiten. Gehört hat man von ihm dazu noch nichts. Er müsste wissen, wie viele Häuser und Wohnungen leer stehen. Wir schätzen, es sind zwischen 10 bis 20% mit steigender Tendenz. Leerstände sind störend, verunsichern, haben Auswirkungen auf Nachbarschaften, auf ganze Straßen, ziehen Verkehrswerte nach unten, Kaufkraft, Mieten, kommunale Steuereinnahmen etc. Um zumindest eine Ausweitung zu verhindern, gilt es den Ort attraktiv zu halten, gilt es Eigentümer zu stützen und zu unterstützen, so dass leerstehende Wohngebäude und Wohnungen weiter genutzt werden. Wieso nimmt die Gemeinde die Förderprogramme zur Stärkung des ländlichen Raumes und zum Abbau von Leerständen nicht in Anspruch?

Die Ausweisung von neuen Baugebieten führt für eine Gemeinde zu erheblichen finanziellen Anstrengungen und Belastungen. Auch dazu fehlt eine Angabe zur Höhe für Erschließungen, Straßen und andere Infrastrukturkosten, wie etwa auch für Schulen, Kitas etc. und durch was diese gerechtfertigt sein sollen. Die Frage ist doch, ob diese Investitionen nicht besser in anderen Maßnahmen angelegt wären und einen viel höheren Input für die Kommune hätten, wenn es in die Attraktivitätssteigerung des Ortes investiert würde, etwa dem Abbau von Leerständen im Bestand, der Verlagerung dieser vorhandenen Autohäuser und Autohändler an den Ortseingängen, einer Umfahrungslösung, die den Durchgangsverkehr der B3 aus dem Ort heraushält, sowie etwa auch mit einer Herabstufung der Pfungstädter Straße zur Anliegerstraße. Und schon gibt es auch neue Flächen für Wohnbebauungen, innerörtlich, aber kleinvolumig, für kleine feine wirkliche Arrondierungen und kein Zupflastern von wichtigen Acker-, Wiesen- und aufgelassenen Flächen, die zukünftig noch wertvoller werden in Zeiten des Klimawandels und als Erholungs- und ökologisch wichtigen Naturräumen. Die Entwicklungsansätze erscheinen fast visionär, sind es aber nicht. Sie sind Ausdruck der miserablen Ortsentwicklung. Bickenbach ist 30 Jahre zurück, hat alles laufen lassen, ist konzeptionslos, hat Wildwuchs zugelassen. Beim Autoverkehr verfolgt der Bürgermeister das autogerechte Dorf, vergleichbar Bestrebungen in Städten in den 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Überholt und ausgemustert, aber in Bickenbach sollen Autos fahren können.

Um den Ort perspektivisch attraktiv zu machen, braucht es Qualitäten, wie es in gut funktionierenden Dörfern auf dem Land anzutreffen ist. Es gibt gute Lösungen. Und es scheint zu gehen und scheitert nicht am Geld. Ruhe, gute Infrastruktur, Natur, Erholung, erschwingliche Preise so sollte Leben im ländlichen Raum aussehen, keine Bevorzugung eines Verkehrsmittels, keine Urbanisierung, kein Frankfurter Bogen! Keine Ausweisung mehr von Flächen zur Bebauung im Außenbereich! Zustimmung zu den Festlegungen des Reginalplans Südhessen 2025!

Stichwort Erholung. Auch hier ist nicht erkennbar, dass sich der Bürgermeister Gedanken gemacht hat. Stattdessen verbaut er Chancen, in dem er Flächen für das Gewerbe ausweist, die sehr wichtig wären zur Verzahnung von heute zusammenhangslosen Flächen, die der Erholung dienen. Der Bürgermeister schwärmt vom Erlensee. Wir gehen noch weiter und schwärmen von der Landbachaue, Teilen des Rieds und besonders auch von dem Weltkulturerbe in Lorsch. Bickenbach besitzt einen Gemeindewald. Zerstückelt und zerschnitten durch Straßen und Bahn und auch noch in einem erbärmlich schlechten Zustand. Heute muss man durch eine wenig einladende Unterführung, an einer Kläranlage vorbei, durch ein Gewerbegebiet und über oder unter der Autobahn durch, um zum Erlensee usw. zu gelangen. Es vergeht einem schnell der Spaß dort hin zu gelangen. Es fehlt eine freundliche, für Fußgänger und Radfahrer einladende Verknüpfung der Erholungsflächen! Der Erlensee und die Landbachaue sind ein Pfund und könnten einen hohen Wert für Erholung und Freizeitaktivitäten für viele sein. Deshalb müssen Maßnahmen ergriffen werden, damit es das wird, es gilt die „Räume“ zu verknüpfen, natürlich zu erhalten und zu verbessern, etwa durch natürliche Aufforstung, nachhaltige behutsame Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genutzten Flächen, vorsichtigen Eingriffen bei landschaftlichen Umgestaltungen. Was wäre das Ziel? Die heutigen Teile des Gemeindewaldes wieder als Ganzes erlebbar zu machen. Den Erlensee dabei zu integrieren. Das geht jedoch nur und kann nur dann erreicht werden, wenn dazwischen kein Gewerbegebiet gepackt wird, wie das von dem Bürgermeister vorgesehen ist. Es braucht eine Brücke über die Bahn für Fußgänger und Radfahrer. Klingt auch visionär, ist aber nur scheinbar. Es ist machbar. Die Idee hätte die Leute auf seiner Seite, denn es erzeugt eine neue und besondere Qualität für die vielen Erholungssuchenden im Ort, die sich heute zumeist mit dem Wenigen östlich der Pfungstädter Straße zufrieden geben müssen oder durch diese unsägliche Gegend gehen oder radeln müssen, sich ins Auto setzen, um an den Erlensee zu gelangen oder um die wunderbare Natur des Rieds genießen zu können. Nebeneffekt ist und würde klar machen, das in diesem landschaftlichem Kontinuum, dieser Fortfolge aus Gemeindewald, Wegebeziehungen zum Erlensee, Landbachaue, mit flankierenden naturnahen Räumen mit Bäumen, Hecken, Wiesen, Sitzgelegenheiten, eine Grillhütte ihren Platz hätte. Nah am Ort und doch weit genug weg, um störend zu sein, auch nicht weit zum Erlensee, etwa um sich im Sommer mal schnell abkühlen zu können. Ein Grillplatz neben Intersnack nahe der bewohnten Bebauung in der Schonung mit dem Restbestand Kiefern, die jahrzehntelang die Gegend prägten, gehört abgelehnt. Dieser kleine bewaldete Teil ist wichtig, gehört umfassend erhalten, ungestört, gepflegt und geschützt zu bleiben. Und im Übrigen sollte nicht ausgeschlossen werden, dass die Brücke der Berta-Benz-Straße über die Bahn für Fußgänger und Radfahrer als Querung ertüchtigt und angeschlossen werden könnte.

Zur Ausweisung weiterer Gewerbegebiete. Zu fragen wäre, worin der Vorteil einer Ausweitung über den heutigen Bestand des Regionalplans Südhessen 2025 bestünde. Der Bürgermeister sollte einmal darlegen, wie sich das neue Gewerbegebiet „ In der Delle" rechnet, u. z. auch in der Variante ohne Berücksichtigung der Erlöse aus Verkäufen von dort der Gemeinde gehörender Flächen. Dann wäre die Frage, ob die in der Änderung gewünschten Flächen der Gemeinde gehören oder privat sind.

Zu den einzelnen Änderungsvorschlägen deshalb zusammengefasst folgende Aussage (teilweise stichwortartig):

Eine Wohnbebauung in Nähe der Bahn macht keinen Sinn, schafft nur eine Bebauung mit Nachteilen oder erfordert lärmschützende Maßnahmen entlang der Bahnstrecke und Kosten für die Gemeinde, Infrastrukturkosten für die Anbindung, sowie für Kitas, Schulen. Der Autoverkehr ist nicht zu vernachlässigen, denn bei Weitem fahren nicht alle mit der Bahn!

Keine Wohnbebauung entlang von vielbefahrenen Straßen, schafft nur Probleme und minderwertige Wohnqualität. Bickenbach ist Land und soll ländlichen Charakter bewahren.

Es ist Unsinn, dass das Gebiet durch den „Gärtnerweg“ eine sinnvolle Siedlungserweiterungsfläche darstellt. Die Berta-Benz-Straße ist eine Barriere, trennt die beiden Flächen und schnürt die Erweiterungsfläche ab. Die falsche Lage der Berta-Benz-Straße verhindert eine Entwicklung des Ortes nach Süden durch die Zerschneidung durch die Straße. Die Ampelanlage hat einen minimalen Verbindungseffekt, ist aber provisorisch und wird rückgebaut. Die Abschnürung ist dann wieder total. Die Berta-Benz-Straße gehörte in Höhe von Intersnack herumgeführt um den Ort, womit eine Entwicklung nach Süden vom Ortskern aus vorstellbar wäre, so stellt die Berta-Benz-Straße eine Barriere dar, die nur mit viel Aufwand, gemeint sind Kosten für Ampeln, Fußgängerüberwege, Straßenkreuzungen etc., die von der Gemeinde zu tragen wären, überbrückt werden könnte. Entscheidend ist jedoch schon, dass das Gebiet lärmgeplagt ist von allen Seiten (Berta-Benz, Bahn, neue Feuerwehr, B3) und deshalb sich kein vorteilhaftes Szenario für eine Wohnbebauung ergeben.

Wenn schon Feuerwehr, dann drumherum keine Wohnbebauung! Der Standort für die Feuerwehr ist falsch, da das oder die Gebäude, die ja nicht klein sein werden, das Gefüge der Landschaft stören und nicht in einen Einklang zu bringen sind.

Der Bürgermeister will eine Wohnbebauung und eine Straßenanbindung östlich der Waldkolonie. Was steckt hinter der Absicht? In Zeiten des Klimawandels werden Flächen mit Baumbestand zukünftig eine wichtige Funktion haben zur Kühlung und Frischluftbildung und -versorgung. Da war doch was mit Teilflächen, die als Streuobstwiesen anzulegen in dem angrenzenden Wohngebiet anzulegen waren. Festsetzungen in Bebauungsplänen wurden nicht eingehalten. Er will Flächen zum Ausgleich schaffen, fühlt sich aber nicht zuständig für deren Herstellung. So geschehen etwa in der Waldkolonie, wo er auf den Kreis verweist. Es ist besonders gut, etwas vorzuschlagen und dann zu meinen, nicht dafür sorgen zu müssen. Nun viel Aufwand für Straßenbau, Erschließung, Ver- und Entsorgung für ein solch kleines Gebiet für die Gemeinde, dafür 3-4 Wohnbaugrundstücke, wenn überhaupt, denn es ist naheliegend, dass von der maßgeblichen Planungsbehörde eine Fortführung der wiesenähnliche Anlage mit Bäumen verlangt werden wird. Dann kommt es wieder zur Zweckentfremdung! Es wird so sein. Der Bürgermeister entwickelt und nach einer unzulässigen Ausführung und Nutzung der Grundstücke, sieht er sich nicht in der Zuständigkeit für die Einhaltung der Planungsvorschriften.

Fazit: Es ist dem Entwurf des Regionalplans Südhessen 2025 zu folgen und nicht dem Änderungswunsch des Bürgermeisters!

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