Elisabeth Jung: Zum Verhältnis zwischen Bürgermeister und dem Parlament
Leserbrief zum Artikel „Es brodelt in Bickenbach – CDU, KOMM,A und FDP kritisieren Bürgermeister und die SPD“ (Der Bergsträßer vom 17. August 2022)
Wenn es „brodelt“, kommt etwas in Bewegung. Und das ist – im positiven Sinne – für Bickenbach zu hoffen. Ich bin mit 76 Jahren Mitglied der Gemeindevertretung und bin entsetzt über die unsachliche, unfreundliche, teilweise respektlose Debattenkultur. Alle Parteien wollen „das Beste“ für Bickenbach (was auch immer das ist !). Und die GemeindevertreterInnen investieren eine Menge Arbeit und Zeit darin, Entscheidungen teilweise unter großem Zeitdruck, sorgfältig, durchdacht, in der Fraktion diskutiert, abgestimmt und mit der gebotenen Verantwortung zu fällen. Wenn noch Beratungsbedarf angemeldet wird, dann ist das keine „Blockadehaltung“, wie die SPD behauptet. Das Motto des Bürgermeisters vor seiner Wahl 2017 war: “Gemeinsam anpacken“. Es gibt immer verschiedene Wege, um zu einem Ziel, zu einer Lösung zu kommen. Dafür muss man miteinander und nicht übereinander reden. Die Übernahme von Vorschlägen aus der Bevölkerung, die Moderation, Lösungsorientierung und gemeinsame Wege hat Bürgermeister Hennemann vor seiner Wahl 2017 versprochen. Es wird Zeit, dass er Transparenz und Öffnung Wirklichkeit werden lässt, bevor sich die Standpunkte verhärten und der Ortsfriede nachhaltig gestört wird. Wenn die Meinungen von BürgerInnen nicht ernst genommen werden und das Gefühl entsteht, dass Informationen vorenthalten werden, dann muss dies „Chefsache“ werden – unabhängig von Parteiinteressen!
Oder sitzt dem Bürgermeister und seiner Partei schon die nächste Bürgermeisterwahl im Nacken und alle Vorhaltungen der SPD sind diesem Umstand geschuldet?
